Blick auf Vielfalt, Serien 1, 2 & 3

Blick auf Vielfalt in den Naturwissenschaften: Menschen

Für die Arbeit am MPIWG in der Forschungsgruppe „eine Wissensgeschichte der menschlichen Vielfalt“ von Veronika Lipphardt habe ich gleich am Anfang der Artist-in-Residence Einladung einen Impuls folgend eine Zeichnung mit allen vorrätigen Buntstiften angefertigt, ein zweites Blatt in der selben Größe mit Löchern perforiert und dieses auf die Zeichnung gelegt. Dem lag mein Staunen zugrunde, ausgedrückt in der Frage, wie es möglich sein soll, menschliche Vielfalt mit ihren stetig weiterführenden Variationen zu erforschen und zu systematisieren?
Ich finde den Moment der Anschauung entscheidend. Mit welcher Fragestellung wird auf die menschliche Vielfalt geschaut? Was macht dieser spezifische Blickwinkel mit dem betrachteten Phänomen? Ich wollte den Moment des Blickens thematisieren, der einerseits bestimmte Aspekte fokussiert und gleichzeitig andere Aspekte vernachlässigt. Also beim Betrachten meiner Arbeit eine Situation schaffen, in der das Blicken/ Schauen betont wird.
In einer anderen, vorangegangenen Arbeit hatte ich mit einem Lochblech als Schablone gearbeitet. Mit dem Resultat war ich zwar nicht zufrieden, aber ich hatte das Lochblech entdeckt, das mir auf meiner Suche nach einer Übersetzung des Durchblickens weiterhalf. Meine Arbeitsmaterialien waren nun Buntstifte, Papier Lochblech, Locheisen und Hammer.
Sobald ich anfing, intensiv zu zeichnen und Blätter zu perforieren, tauchten die verschiedensten Fragen auf, die mein weiteres Tun beeinflussten:

  • Z.B. Haben die Löcher eine Ordnung, oder keine, oder beides?
  • Welche Größe sollten die Löcher haben?
  • Warum perforiere ich nicht die Zeichnung?

Die daraus resultierende Serie „Blick auf Vielfalt, Serie 1“ besteht aus 23 Arbeiten.

Eine weitere Frage, die zu „Blick auf Vielfalt, Serie 2“ führte, war: Was mache ich mit all den ausgestanzten Papierkreisen? Haben sie einen Wert, wenn ja, welchen? Ohne die Frage zu beantworten, sammelte ich alle ausgestanzten Kreise in Gläsern, die ich mit dem jeweiligen Anfangs- und Enddatum des Füllens beschriftete.

Während ich die Gläser betrachtete, wurde mir klar, dass ich aufbauend auf den Erfahrungen, die ich bei der ersten Serie in der Phase der Entdeckungen gesammelt hatte, nun systematisch vorgehen würde.
Das Prinzip, 2 Schichten übereinander, zu unterst das Bildobjekt, darüber ein perforiertes Blatt, nun in erweiterter Dimension:
Drei großformatige Fotos mit dem gleichen Motiv der ausgestanzten Kreise an der Wand hängend, davor jeweils in gleicher Größe ein weißes, ein schwarzes und ein rotbraunes Foto (im Farbton der Ausstellungswand) mit Abstand hängen. Die Größe der Löcher, die ich in jeweils ein Foto stanzte, sind im Verhältnis klein, mittel und groß. Diese  drei Arbeiten nenne ich „Blick auf Vielfalt, Serie 3“.

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